Worin besteht der Unterschied zwischen Führung und Manipulation? Dieser zweiteilige Artikel untersucht genau diese Frage anhand von Donald Trumps Verhalten als Fallstudie. In Teil 1 stellten wir  Dr. Nate Regiers Sichtweise zu drei der sechs Taktiken vor, die erfahrene Manipulatoren anwenden, um zu bekommen, was sie wollen. 

Lesen Sie im Folgenden mehr zu den nächsten drei Taktiken und den zugehörigen positiven Führungslektionen daraus:

Taktik 4: Lorbeeren einheimsen, Verantwortung vermeiden

Eine Möglichkeit meinen negativen Einfluss auf eine andere Person zu erhöhen, ist sie davon zu überzeugen, dass alle guten Dinge wegen mir sind und alle schlechten wegen jemand anderem. Ob es nun die Einwanderungsthematik ist oder Handelsdefizite mit China, alles Negative wird einer anderen Gruppe oder auch ehemaligen Präsidenten vorgeworfen. Trumps „zündelnde“ Rhetorik, insbesondere die Verwendung der Übervereinfachungs- und Wiederholungstaktik, hat große Wut und Polarisierung zwischen Kulturen und Rassen hervorgerufen. Er vermeidet jedoch jegliche Verantwortung dafür zu übernehmen. Wenn ihm aber etwas gelegen kommt, macht er alles, um die Lorbeeren dafür einzuheimsen.

Positive Führungslektion: 

Wirksame Führungskräfte nehmen Anerkennung „demütig“ an und teilen sie, wenn es angebracht ist. Sie übernehmen Verantwortung für ihr Verhalten und die Auswirkungen auf andere.

Taktik 5: Den Spieß umdrehen 

Ich habe in einem meiner BLOG-Artikel über die PCM-Persönlichkeitstypen der Präsidentschaftskandidaten geschrieben. Trump hat viel vom PCM-Persönlichkeitstyp des „Machers“, der mit Anpassungsfähigkeit, Charme und Überzeugungskraft ausgestattet ist. Von Natur aus sehr charismatisch, sind diese Menschen hervorragende Deal-Maker und Verhandlungsführer. Sie nehmen die Dinge wie sie sind und ihre Flexibilität kann ihnen helfen, sehr erfolgreich zu sein. Die „Schattenseite“ dieses Persönlichkeitstyps ist – wenn sie sich in einem „ungesunden Zustand“ (in einer OK/Nicht OK-Haltung) befinden, dass sie genauso gut darin sind, aus Rache den Spieß umzudrehen.

Manipulatoren sind sehr geschickt darin, den Spieß umzudrehen. Wenn sie zunehmenden Druck zur Rechenschaft spüren, fühlen sie sich immer unwohler. In der vierten Klasse war meine Lieblingstaktik um Kritik abzulenken zu sagen: „Ich weiß, dass du recht hast, aber habe ich nicht auch recht?“ Beachten Sie, wie häufig Trump, wenn er gedrängt wird Stellung zu beziehen oder eines negativen Verhaltens beschuldigt wird, die Beantwortung der Frage vermeidet. Stattdessen beschuldigt er die andere Person genau der gleichen Sache.

Eine weitere Taktik den Spieß umzudrehen besteht darin die negative Aufmerksamkeit auf andere zu lenken. Es spielt dabei keine Rolle was der Inhalt ist. Es könnte Obamas Nationalität während der Wahlkampagne sein oder die Forderung gegen jeden, der ihn in Frage stellt, eine Untersuchung wegen krimineller Handlungen einzuleiten. Der einzige Zweck ist es, die negative Aufmerksamkeit auf eine andere Person zu lenken. Ein großartiges Beispiel dafür ist eine Szene aus dem Comedy-Film The Nutty Professor (Der verrückte Professor), in der Buddy Love (dargestellt von Eddie Murphy) sein in einem früheren Besuch verletztes Ego rächt.

Positive Führungslektion:

Wirksame Führungskräfte sind offen für Kritik und Feedback, übernehmen Verantwortung für ihr Verhalten und entwickeln das Positive in anderen.

Taktik 6: Das Resultat rechtfertigt die Mittel

Manipulatoren werden von einem narzisstischen Bedürfnis angetrieben zu dominieren und das „Zentrum des Universums aller Menschen“ zu sein. Aus diesem Grund sind alle erforderlichen Mittel, die der Erreichung dieses Ziels dienen, gerechtfertigt. Das aktuellste Beispiel betrifft Trump, der angeblich versuchte, eine ausländische Regierung dazu zu zwingen ihm zu helfen, einen politischen Gegner zu diskreditieren. Wann immer er nach seinem Verhalten oder seinen Motiven gefragt wird, sind Trumps Standardtaktiken zuerst alles zu leugnen und es eine „Hexenjagd“ zu nennen. Danach normalisiert er sein Verhalten, um gleich darauf jemanden anderen zu diskreditieren und zu opfern. Er mag es gerne, sein Verhalten mit Umfragen zu rechtfertigen – als ob die Zustimmung anderer sein Verhalten rechtfertigen würde. „Wenn die Umfragen mich mögen, dann ist das, was ich tue, in Ordnung.“ In der Unternehmenswelt ist eine gängige Variante davon: „Die Ergebnisse sind nicht weg zu argumentieren.“, um damit unethische oder feindselige Taktiken zur Erreichung eines Ziels zu rechtfertigen.

Positive Führungslektion: 

Wirksame Führungskräfte sind sehr darum bemüht, zufriedene Mitarbeiterinnen zu haben. Sie beginnen mit einer soliden ethischen Kernbotschaft und wissen, dass Popularität nicht der Maßstab für Erfolg ist. Für das Endziel und die Mittel zur Zielerreichung werden die gleichen Maßstäbe angelegt.

Quelle: Copyright 2016, Next Element Consulting, LLC, www.next-element.com
Alle Rechte vorbehalten; übersetzt aus dem englischen Original durch IMC im Nov. 2019.